Best Practice-Projekte

Viele Technologien und Projekte für eine klimafreundliche Industrie in NRW stehen bereits heute in den Startlöchern. IN4climate.NRW präsentiert einige der Best Practice-Projekte aus den verschiedensten Branchen:

ALIGN-CCUS & TAKE-OFF

Kohlenstoffdioxid (CO2) als Rohstoff nutzen und damit CO2- Emissionen vermeiden, ist Kerngedanke der Projekte „ALIGN-CCUS“ und „TAKE-OFF“. In dem im November 2020 abgeschlossenen Pilotprojekt ALIGN-CCUS von RWE Power, Mitsubishi Power Europe und Asahi Kasei war das Ziel, Dimethylether, kurz DME, aus abgeschiedenem CO2, Strom und Wasser herzustellen. Das Folgeprojekt TAKE-OFF geht seit 2021 einen Schritt weiter: Aus DME soll hier in einem weiteren Prozessschritt effizient Flugzeugtreibstoff hergestellt werden.

Carbon2Chem

Um die CO2-Emissionen bei der Stahlproduktion zu reduzieren, arbeitet thyssenkrupp im Forschungsprojekt „Carbon2Chem“ mit Partnern aus Wissenschaft und Industrie an einer stofflichen Nutzung von Hüttengasen. Als Rohstoff für Chemikalien können die Prozessgase aus dem Hochofen beispielsweise für die Produktion von Kraftstoffen, Kunststoffen und Düngemitteln genutzt werden.

Cardyon by Covestro

Mit Hilfe einer besonders umweltverträglichen Technologie hat der Werkstoffhersteller Covestro zusammen mit dem CAT Catalytic Center der RWTH Aachen ein Verfahren entwickelt, das die Nutzung von Kohlendioxid (CO2) als Rohstoff für Kunststoffe ermöglicht. Der innovative Ansatz bietet die Möglichkeit, die Produktion in der Chemie- und Kunststoffindustrie nachhaltiger zu gestalten.

ChemCycling by BASF

Neue Produkte aus chemisch recycelten Kunststoffabfällen für Anwendungen herzustellen, die hohen Ansprüchen an Effizienz, Qualität und Hygiene haben, ist das Ziel des von BASF im Jahr 2018 gestarteten Projekts „ChemCycling“*. Dazu arbeitet BASF mit Technologiepartnern zusammen, die Kunststoffabfälle in einen sekundären Rohstoff (Pyrolyseöl) umwandeln. Dieses Öl kann am Beginn der Wertschöpfungskette in die Produktion der BASF eingespeist werden, wodurch der Einsatz fossiler Rohstoffe reduziert wird.

CLEANKER

Prozessbedingte CO2-Mengen sicher auffangen und nutzbar machen – das ist Ziel des europäischen CLEANKER-Projektes, bei dem u. a. der Verein Deutscher Zementwerke e. V. (VDZ) mit seiner Forschungseinrichtung VDZ Technology gGmbH beteiligt ist. 13 Partner, darunter Universitäten, Unternehmen und NGOs, arbeiten in einer italienischen Versuchsanlage mit Hilfe des integrierten Calcium-Looping-Prozesses daran, Grundlagen zu schaffen, um die Zementherstellung klimafreundlicher zu gestalten.

Flexible Aluminiumelektrolyse by TRIMET

Um die energieintensive Aluminiumproduktion nachhaltiger zu gestalten, hat der Aluminiumhersteller TRIMET einen Weg gefunden, den Herstellungsprozess zu flexibilisieren und die Nutzung des fluktuierend vorhandenen Stroms aus Erneuerbaren Energien zu ermöglichen. Mit der innovativen Lösung leistet das Unternehmen einen Beitrag zur Stabilität unseres Stromnetzes und der nachhaltigeren Produktion der Aluminiumindustrie.

GET H2 Nukleus

Mit dem Projekt GET H2 Nukleus planen die Unternehmen bp, Evonik, Nowega, OGE und RWE Generation den Aufbau einer ersten öffentlich zugänglichen Wasserstoffinfrastruktur für klimafreundlich hergestellten grünen Wasserstoff in Deutschland. Dabei soll ein 130 Kilometer langes Netz die Wasserstofferzeugung in Lingen (Niedersachsen) mit den industriellen Abnehmern in NRW verbinden. Hervorgegangen ist das Projekt aus der Initiative GET H2, die bereits über 40 Unternehmen, Kommunen und Institutionen umfasst.

HyGlass

Wie lässt sich grüner Wasserstoff als Brennstoff für die Glasindustrie optimal nutzen? Diese Frage untersucht der Bundesverband Glasindustrie im Projekt HyGlass gemeinsam mit dem Gas- und Wärme-Institut (GWI) in Essen. Bis zu 3,3 Millionen Tonnen CO2 könnten mit der Umstellung von fossilen Energieträgern auf Wasserstoff eingespart werden.

LARA by LANXESS

Der Spezialchemie-Konzern LANXESS demonstriert mit der Einbindung einer Anlage zur Reduktion des Treibhausgases Distickstoffmonoxid (Lachgas) in der Adipinsäureproduktion, wie chemische Prozesse klimagerecht gestaltet werden können. Das Unternehmen leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz und zur Entwicklung einer nachhaltigeren Produktion in der chemischen Industrie.

LEILAC by Calix

Eine Anlage entwickeln, die bei der Produktion von Zement entstehendes, hochreines CO2 abtrennt und auffängt, das ist Ziel des vom Technologieunternehmen Calix geleiteten Projekts LEILAC. Bis zu 95 Prozent der unvermeidbaren prozessbedingten CO2-Mengen ließen sich durch die entwickelte Technologie zukünftig abfangen und so klimaschädliche Emissionen in der Zement- und Kalkindustrie reduzieren. Die Pilotanlage betreibt der Zementhersteller HeidelbergCement.

REFHYNE

Auf dem Gelände der Shell Rheinland Raffinerie in Wesseling entsteht die weltweit größte PEM-Wasserstoff-Elektrolyseanlage. Ab 2020 soll sie einen Teil des Wasserstoffbedarfs über grünen Wasserstoff auf Basis von Strom aus Erneuerbaren Energien decken. Mit dem REFHYNE Projekt will das europäische Konsortium von Shell, ITM Power, SINTEF, thinkstep und Element Energy nicht nur die CO2-Emissionen des Standortes reduzieren, sondern auch darüber hinaus einen Beitrag zur Energiewende in der Raffineriebranche leisten.

Rheticus

Mit einer innovativen Versuchsanlage am Standort Marl erforschen Siemens und Evonik im Projekt Rheticus CO2 als alternativen Rohstoff für die Herstellung von Spezialchemikalien. Die Anlage kombiniert erstmals Erneuerbare Energien, Elektrolyseverfahren und Fermentation. Sie ermöglicht so die Zusammenführung von Energie- und Chemiesektor und den Zugang zu einer klimafreundlicheren Gestaltung der chemischen Industrie.

Wasserstoff statt Kohlenstoff by thyssenkrupp Steel

Ziel des Duisburger Stahlherstellers thyssenkrupp Steel ist eine klimaneutrale Stahlproduktion bis 2050. Im Rahmen der Klimatransformation hat das Unternehmen mit Air Liquide und dem Stahlforschungsinstitut BFI am Standort Duisburg einen in dieser Form weltweit bislang einmaligen Versuch gestartet: An einem Hochofen wird Kohlenstaub durch Wasserstoff ersetzt. Das Verfahren ist ein erster wichtiger Schritt in Richtung einer klimaneutralen Stahlerzeugung und trägt zur Gestaltung einer langfristig klimaneutralen Industrie bei.

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Janne Hauke

Janne Hauke

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